Euan Macdonald, Volcano (videostill), 2008, DVD, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.

The Poetry of the Everyday and Mundane in a Vast Cosmos of Void

Euan Macdonald, The Field – Public Events and Places, 2008, Diptychon/Schallplatte und Fotografie, jeweils 31 x 31 cm, Mehrteilig: 24 / 36, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.

Euan Macdonald, The Field – Maschines, 2008, Diptychon/Schallplatte und Fotografie, jeweils 31 x 31 cm, Mehrteilig: 21 / 36, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.

Euan Macdonald, The Field – Home Sounds, 2008, Diptychon/Schallplatte und Fotografie, jeweils 31 x 31 cm, Mehrteilig: 19 / 36, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.

Euan Macdonald, The Field – Violence, Death and Horror, 2008, Diptychon/Schallplatte und Fotografie, jeweils 31 x 31 cm, Mehrteilig: 32 / 36, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.

Euan Macdonald, The Field – Backgrounds – Indoor, 2008, Diptychon/Schallplatte und Fotografie, jeweils 31 x 31 cm, Mehrteilig: 26 / 36, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.

 

 

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Euan Macdonald
The Field

21. April-28. Juni 2009

"Das Monument ist vornehmlich ein Signal, ein Zeichen, ein Appell. Ein Monument ist folglich dazu verpflichtet, auf die Vergangenheit bzw. auf ein historisches oder ein anderes Ereignis zu verweisen. Es ist somit ein Moment des Innehaltens oder Pausierens in unseren alltäglichen Gewohnheiten. Die bedeutendste Funktion des Monuments für mich jedoch ist, dass es bewirkt innezuhalten, wohingegen die alltägliche städtische Lebensweise ein Leben des Vergessens, der Wiederholung und des Rituals ist. Das Monument unterbricht diese Wiederholung."

— (Auszug aus einer Unterhaltung zwischen Paul Virillio, Hans Ulrich Obrist und Gustav Metzger, veröffentlicht in Euan Macdonald: S.A.A.G Cataloque, 1999)

In seinen konzeptionellen, oftmals sehr poetischen Arbeiten geht es vorrangig um die Erkundung des grenzenlosen Zeit- und Raumgefüges, das sich, nach Ansicht des Künstlers, in flüchtigen Handlungen unseres gewöhnlichen Lebens verbirgt. Es sind diese zielgerichteten, alltäglichen Handlungen, die sowohl das Konzept seiner Videoarbeiten dominieren als auch Gegenstand seiner photografischen und zeichnerischen Gegenüberstellungen sind. Bilder und Situationen, die keinen unmittelbaren oder spektakulären Effekt haben, aber bei genauer Reflektion den Betrachter letztlich auf ironisch-humorvolle Weise in ein sehr feines und poetisches Universum voller Leere und Ruhe führen. Seine Arbeiten zeigen eine ungewöhnliche Sensibilität im Erfassen der verborgenen Phänomene innerhalb gewöhnlicher Dinge.

Im Zentrum der Ausstellung steht die konzeptionelle Arbeit The Field, bestehend aus 35 2-teiligen Arbeiten und einem 2-Kanal-Video. Der Titel der Arbeit geht zurück auf die Sammlung von 35 BBC Schallplatten, die Euan Macdonald (*1965, lebt und arbeitet in Los Angeles) in einem Archiv gefunden hat. The Field bezieht sich auf die ursprüngliche Bezeichnung Feldaufnahmen (field recordings) — dabei handelt es sich um akustische Effekte, die auf die verschiedensten Natur- und Umgebungsgeräuschen zurückgehen. Früher wurden diese Feldaufnahmen für Film-, Radio- und Fernsehproduktionen genutzt. Die gezeigten Diptychen setzen sich aus jeweils einem original Schallplattencover und aus einer Zeichnung/ Fotografie Euan Macdonalds zusammen. Die Kombination ermöglicht es Macdonald, die Sounds visuell zu interpretieren. In dem 2-Kanal-Video The Field (2008) werden parallel auf zwei Monitoren die Schallplattencover analog zu den Zeichnungen bzw. Fotografien gezeigt. Die aufgezeichneten Geräusche werden ebenfalls auf beiden Monitoren abgespielt, wodurch sie sich überlagern und eine einzigartige harmonische Resonanz entsteht. Die Plattencover wechseln sobald auch die Geräusche wechseln. Der Künstler fordert so die Erwartungen des Betrachters heraus, der versucht das Gehörte in Relation zu den Titeln zu bringen.

Neben The Field werden noch weitere Arbeiten von Euan Macdonald gezeigt, wie z.b. die 2009 entstandene Projektion Volcano.

 

Euan Macdonald, Russian Thistle, 2008, getrocknete Distel, Plexiglas, Holz, 157,5 x 127 x 81,5 cm, Courtesy Galerie Zink Munich | Berlin.