Marina Abramovic, Performance, The Lips of Thomas, 1976, Farbfotografie / color photograph, Foto: MUMOK, Lisa Rastl / Lena Deinhardstein, © VBK Wien, 2008. |
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Rejecting the Social Conservatism of Germany in the 1960s |
SUPERSTUDIO, New York New York, da: Il monumento continuo, 1969, Serigrafie / serigraphy, 70,3 x 100 cm, Foto: Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum, © SUPERSTUDIO.
Archigram (Ron Herron), Trondheim Theatre, 1969, Collage, verschiedene Materialien auf Karton, überzogen mit Klebefolie Collage, mixed media on card board, covered with bonding sheet, 59,7 x 83cm, Foto: MUMOK, Lisa Rastl, © Archigram.
Carolee Schneemann, Eye Body, 1963, S/W-Fotografie auf Karton / b&w photography on cardboard, Foto: MUMOK, Lisa Rastl / Lena Deinhardstein, © VBK Wien, 2008.
Haus-Rucker-Co, Laurids Ortner, Günter Zamp Kelp, Klaus Pinter, Battleship, 1969, Liege mit Druckknopfspiel für 2 Personen |
MUMOK Mind Expanders zeigt die Verbindungen zwischen den gesellschaftlichen Aufbrüchen und den grenzüberschreitenden, architekturbezogenen und performativen Kunstformen der 1960er und 1970er Jahre. Der Titel leitet sich von Haus-Rucker-Co’s Sitzobjekt für zwei Personen her, das Technologie und Körper verbindet und beispielhaft für den Versuch einer radikalen künstlerischen Neugestaltung von gesellschaftlichem Lebensraum und zwischenmenschlichen Beziehungen steht. Anhand bedeutender Werke aus der Sammlung des Museums und zahlreicher internationaler Leihgaben beleuchtet die umfassende Präsentation die Entstehung und Entwicklung neuer interdisziplinärer, gesellschaftskritischer und utopisch-visionärer Kunstformen. Das breite Spektrum an Exponaten reicht von Bildern, Objekten und Modellen über Fotografien, Videos und Filmen bis zu Publikationen und anderen historischen Dokumentations- Die Absage an den gesellschaftspolitischen Konservatismus der 1960er Jahre mit seinen traditionellen geschlechts- und klassenspezifischen Rollenbildern spiegelt sich in tiefgreifenden künstlerischen Aufbrüchen wider: Unkonventionelle Querdenker nehmen die Auflösung und Durchmischung der vormals streng getrennten Genres Kunst und Architektur in Angriff. Das Interesse an der Konzeption von Gesellschaftsutopien und die damit verbundenen performativen und partizipativen Tendenzen erweisen sich als entscheidende Gemeinsamkeiten zwischen Architektur und Kunst. Architektur wird als lebensnahe Kunstform propagiert, die mit neuen Materialien und Formen experimentiert und sich gegen buchstäblich versteinerte und einzementierte Traditionen richtet. In Österreich gingen wesentliche Impulse dieser Entwicklung von einzelnen Persönlichkeiten wie Walter Pichler und Hans Hollein aus, wobei sich die Galerie nächst St. Stephan in Wien zu einem wichtigen Treffpunkt der Avantgarde entwickelte. An der Technischen Hochschule ließen Prof. Karl Schwanzer und sein damaliger Assistent Günther Feuerstein erstmals grundlegend neue, traditionskritische Fragestellungen zu. Es kam zur Gründung von zahlreichen Experimentalgruppen, die in ihren visionären Entwürfen sowohl den Ansprüchen des Weltraum-Zeitalters, als auch alternativen Lebensweisen gerecht werden wollten. Dass es sich dabei nicht um ein lokalspezifisches, sondern ein internationales Phänomen handelt, zeigt der Vergleich zwischen österreichischen, angloamerikanischen und italienischen Architektengruppen und Einzelpersönlichkeiten (Archigram, Ant Farm, Superstudio, COOP HIMELB(L)AU, Missing Link, Haus-Rucker-Co, Zünd-Up, Hans Hollein). Auch in der konzeptuellen Kunst gewinnen Raum und Architektur als gesellschaftsrelevante Themen verstärkte Bedeutung. Gordon Matta-Clark, Dennis Oppenheim und Christo sind die bekanntesten in der Ausstellung vertretenen Protagonisten dieser Entwicklung. Auf unterschiedliche Weise erweitern sie durch ihre Beschäftigung mit Fragen der Architektur den Kunstbegriff. Im Bereich performativer Kunst rückt der menschliche Körper als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse und kritischer Selbstbehauptung zunehmend ins Zentrum der Darstellung. Die Arbeiten der Wiener Gruppe und des Wiener Aktionismus sind in der Ausstellung ebenso zu sehen, wie internationale Positionen der Body Art, die sich mit Geschlechterrollen und Feminismus befassen (Carolee Schneemann, Gina Pane, Marina Abramovic). Darüber hinaus zeigt „Mind Expanders“ wie sehr performative Ausdrucksformen Malerei und Skulptur erfassten und veränderten (Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Bruno Gironcoli). Mind Expanders zeigt Grenzüberschreitungen und Bewusstseinser- |
Günther Domenig / Eilfried Huth, Stadt Ragnitz, 1965-1969, Farbfotografie / color photograph, 60 x 80 cm, © Foto: Archiv Günther, Domenig, Graz. |
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Günther Domenig / Eilfried Huth, Stadt Ragnitz, 1965-1969, Farbfotografie / color photograph, 60 x 80 cm, © Foto: Archiv Günther, Domenig, Graz. |